26-28 Juni - Transversale Kompetenzen in der allgemeinen und beruflichen Bildung: vom Diskurs zur Praxis

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Transversale Kompetenzen in der allgemeinen und beruflichen Bildung: vom Diskurs zur Praxis

In den westlichen Gesellschaften werden transversale Kompetenzen (oder Soft Skills) als wesentliche Ressourcen angesehen, die eine größere Flexibilität und die Fähigkeit zur Anpassung an den raschen Wandel in der Gesellschaft ermöglichen sollen.

Auch im Bildungsbereich ist das Thema der transversalen Kompetenzen präsent, um nicht zu sagen in Mode. Diese Kompetenzen sollen die jungen Menschen auf die Welt der Erwachsenen und insbesondere auf die Arbeitswelt vorbereiten.

Außerdem werden diese transversalen Kompetenzen Gegenstand einer zunehmenden Kategorisierung und Formalisierung und finden in den verschiedenen Programmen und Lehrplänen ihren Platz als objektivierbare, identifizierbare und folglich trainierbare Kompetenzen. Die Literatur ist gesättigt von Definitionen und Auflistungen solcher transversalen Kompetenzen: was sie sein sollten, was ihre Natur ist, wie sie gefördert und/oder entwickelt werden sollten. Trotz dieser zentralen Bedeutung bleiben die Querschnittskompetenzen ein polysemisches Universum, ein theoretisches und diskursives Konstrukt, das nicht leicht zu verstehen ist. Sie werden oft als wundersame Lösung für die Bewältigung komplexer Probleme angepriesen und stellen eine vielversprechende und potenzialreiche Bildungs- und Ausbildungsanweisung dar, die jedoch in den Phasen der Anwendung oft zu Ansätzen führt, die immer noch mit traditionelleren disziplinären Zielen und Inhalten verbunden sind.

Wenn es sich tatsächlich um nützliche Fähigkeiten handelt, die sowohl in der Schule als auch im Alltag entwickelt und angewandt werden sollten, ist es auch wichtig, über rhetorische Definitionen und Anwendungen von unmittelbarem Nutzen hinauszugehen und sich die Zeit und die Mittel zu geben, um die Hindernisse, die kritischen Aspekte und ganz allgemein die Spannungsfelder zu analysieren und zu verstehen, die sich in den zahlreichen Diskursen über transversale Kompetenzen gerne verschwiegen werden.

In diesem Sinne will der Kongress der Schweizerischen Gesellschaft für Bildungsforschung 2024 eine privilegierte Gelegenheit bieten, die transversalen Kompetenzen eingehend und kritisch zu diskutieren, die reale und konkrete Rolle zu verstehen, die sie in der Welt der Schul- und Berufsbildung spielen, ihre bewährten Praktiken und die Wege zu ihrer Entwicklung zu thematisieren und den realen Nutzen zu erkennen und zu begreifen, den sie im Bildungs- und Ausbildungsbereich bringen könnten.